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Mit dem MTB auf eine Höhe von 6085 Meter über dem Meer


» Nicht der Berg ist es, den man bezwingt, sondern das eigene Ich. «

Sir Edmund Hillary

Wer die höchsten Pisten unserer Erde sucht, kommt an den Vulkanen im Norden Chiles nicht vorbei. Am Rand der Atacama-Wüste reihen sich die 6000er wie an einer Perlenschnur aneinander. Am höchsten Vulkan der Erde, dem Ojos del Salado, wollen wir, Frank, Markus und André, einen Rekord aufstellen. Wir wollen die ersten sein, die eine Höhe von 6000 Metern mit dem Mountainbike komplett im Sattel erreichen.
Doch bevor wir den Berg in Angriff nehmen können müssen wir unter der brennenden Sonne schwitzen und uns akklimatisieren. Unser Körper muss sich an die Höhe und die extremen klimatischen Bedingungen anpassen. Aus diesem Grund halten wir uns die erste Woche in der Oase San Pedro de Atacama auf. Kürzere Touren führen uns in die umgebende Wüste und wir merken schon, dass Rad fahren in der trockensten Wüste der Erde kein Zuckerschlecken wird. Nach einer Woche begeben wir uns auf eine Höhe von 3500 Metern. Wir schlagen unser Zelt in einem malerischen Tal mit warmen Wasserquellen auf. Unsere Trainingsstrecke besteht die nächsten Tage aus der einzigen vorhandenen Piste, die wir jeden Tag bergauf und bergab befahren.


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Nach einer weiteren Woche verlegen wir unser Lager auf eine Höhe von 4300 Metern am Fuße des Vulkans Sairecabur. Weiterhin wird täglich trainiert und das Material getestet. Wir haben unsere Moutainbikes wüsten- und bergtauglich ausgerüstet. Sand, Salz und Staub setzen sich überall fest, der Sand knirscht zwischen den Zähnen. Nicht so problemlos wie unsere MTB funktioniert das Lagerleben. Nach inzwischen zweiwöchiger Abgeschiedenheit in den Höhenlagen der Atacama geraten wir Fahrer immer öfter wegen Kleinigkeiten aneinander. Nur das Ziel, ein Höhe von über 6000 Metern mit dem Mountainbike fahren zu erreichen, hält uns im Moment noch zusammen.


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So brechen wir dann schließlich auf zum Ojos del Salado auf. Mit unserem dreiköpfigen Begleitteam Heike, Sonja und Beto und zwei Geländewagen als Support sind wir sicher relativ schnell die 6000er Marke zu knacken. Doch es kommt anders. Die Piste hoch in die Gipfelregion des Ojos del Salado ist sandiger als erwartet, und von daher sehr schwierig zu befahren. Wir müssen immer wieder nach einer befahrbaren Route suchen und trotz unserer mehrwöchigen Akklimatisation macht uns die dünne Luft sehr zu schaffen. Am zweiten Tag unseres Gipfelsturms müssen wir die Räder im Schneesturm auf einer Höhe von 5731 Metern zurücklassen. Zurück im Basislager auf 4300 Metern müssen wir eine Zwangspause einlegen. Wir benötigen dringend Benzin für unser Begleitwagen sowie Trinkwasser. Alles muss aus dem 250 Kilometer entfernten Copiapo herangeschafft werden, ein ganzer Tag bei inzwischen wieder perfekter Wetterlage geht verloren.
Am 31. März soll es jetzt endlich soweit sein, wir brechen erneut auf. Eine Höhe von 5900 Metern ist schnell erreicht, doch dann verliert sich der Weg wieder zwischen Felsen und im lockeren Sand. Dazu bekommen Frank und Markus ernsthafte körperliche Probleme. Erste Anzeichen der Höhenkrankheit machen sich bemerkbar. Während Markus noch am Nachmittag mit dem Geländewagen ins Basislager gebracht wird, wollen Frank und André am kommenden Morgen endlich die 6000er Marke knacken. Doch Frank geht es in der Nacht immer schlechter, so dass auch wir in der Nacht bei Temperaturen um -10 Grad absteigen müssen. Die Räder bleiben zurück auf einer erreichten Höhe von 5965 Metern. Nach dem Frank wieder in der Obhut des Begleitteams ist und noch am selben Tag aus Sicherheitsgründen bis auf Meereshöhe abfahren wird, bricht André zu einem letzten Versuch auf. Gut 24 Stunden später kommt dann per Satellitentelefon die lang ersehnte Nachricht: André hat es mit letzter Kraft geschafft, eine Höhe von 6085 Metern fahrend mit seinem Mountainbike zu erreichen. Der Höhenrekord ist aufgestellt, die 6000er Marke ist geknackt. Den Mountainbikes sind die Torturen kaum anzusehen, den Fahrern schon. Schwer gezeichnet von den Anstrengungen der letzten Wochen feiern wir dennoch glücklich am Pazifikstrand den erfolgreichen Ausgang unseres Projektes ‚NULL auf 6000’.


Jahr:         März/April 2010
Distanz:    320 km, 6000 Höhenmeter
Dauer:      5 Wochen
Ort:           Nord-Chile
Route:      Pazifik - Copiapo - Salar de Maricunga - Refugio Tejos - Ojos del Salado




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