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Mit dem MTB durch den Altai » Und wenn man auch durch dieses steinige Land hindurgeht eine weite Strecke, da wohnen am Fuß hoher Berge Leute, die sollen Kahlköpfe sein von Kind an, Männer wie Weiber, und haben Stumpfnasen und ein langes Kinn, und sprechen eine eigene Sprache, ihre Kleidung aber ist skythisch. [...] Jeder wohnt unter einem Baum, im Winter deckt er nämlich über den Baum einen dichten weißen Filz, im Sommer aber ohne Filz. « Herodot, 4, 23 über das Volk der Argippäer
Der Altai (uigurisch: Unter dem Mond) liegt im Vierländereck Kasachstan, Russland (Sibirien), Mongolei und China. Diese unzugängliche Hochgebirgssregion erstreckt sich von den Wäldern Sibiriens bis in die Nordränder der Wüste Gobi. Nur wenige Straßen erschließen diese Region, die auch heute noch abseits der großen Ballungszentren liegt. Schon Herodot beschrieb im 1. Jahrhundert vor unsere Zeitrechnung mythische Völker in dieser Region, die Argippäer. Im Altai finden sich jahrtausendealte Relikte untergegangener Kulturen, die Lebensweise der mongolischen Nomaden ist auch heute noch von den rauen klimatischen Bedingungen geprägt.
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Mit dem MTB brachen wir von der Stadt Novosibirsk in Sibirien nach Süden auf, um den Altai in seiner kompletten Ausdehnung bis in die Nordausläufer der Wüste Gobi zu befahren. Auf der Suche nach historischen Spuren kämpften wir uns durch schweren sibirischen Schlamm, über eisige Pässe oberhalb von 2000 m und durch die endlosen Weiten des Gobi-Altai. Nur wenige Städte mit Versorgungsmöglichkeiten liegen im Altai, die komplette Verpflegung und Ausrüstung inklusive Reparaturmaterial musste mittransportiert werden. Nicht nur die Fahrer wurden mental und körperlich extrem beansprucht, die sibirischen und mongolischen Pisten setzten auch den Rädern zu. Kettenrisse, Nabenbrüche und Tretlägerschäden waren das Resultat von 2500 km quer durch den Altai bevor wir uns auf den Rückweg in die mongolische Hauptstadt Ulan-Bator und weiter zum Rückflug nach Irkutsk machten. |
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Nach zwei Monaten haben wir 4500 km durch Schlamm und Sand, bei Minusgraden, sengender Hitze und Sturm und Gewitter zurückgelegt. Im Team kam jeder des öfteren an seine physischen und psychischen Grenzen, mitunter wurde tagelang nur das Nötigste kommuniziert. Belohnt wurden wir mit unvergesslichen Eindrücken in einer auch heute noch kaum vom Menschen beeinflussten Landschaft. Die Freundlichkeit und Gastfreundschaft insbesondere der einfachen Nomaden belohnte uns für die Strapazen. |
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Jahr: August-Oktober 2003 |
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