EXYLE

August – Oktober 2003

Mongolei

Mit dem MTB durch Altai und Mongolei

4500 Kilometer, zwei Monate, drei Fahrer: von Novosibirsk durch den Altai, weiter durch die Mongolei und zurück Richtung Baikalsee.

Mit dem MTB durch Altai und Mongolei

„Wenn wir einen Pass am Horizont ausmachten, schätzten wir die Entfernung ab — und nahmen dann das ganze nochmal mal zwei, unser 'Mongoleifaktor'. In dieser baumlosen Landschaft, der klaren Luft war alles weiter, als es schien. Alles dauerte doppelt solange.“

aus dem Reisetagebuch

Der Altai (uigurisch: Unter dem Mond) liegt im Vierländereck Kasachstan, Russland (Sibirien), Mongolei und China. Diese unzugängliche Hochgebirgsregion erstreckt sich von den Wäldern Sibiriens bis in die Nordränder der Wüste Gobi. Nur wenige Straßen erschließen diese Region, die auch heute noch abseits der großen Ballungszentren liegt.

Mit dem MTB brachen wir von der Stadt Novosibirsk in Sibirien nach Süden auf, um den Altai in seiner kompletten Ausdehnung bis in die Nordausläufer der Wüste Gobi zu befahren. Auf der Suche nach historischen Spuren kämpften wir uns durch schweren sibirischen Schlamm, über eisige Pässe oberhalb von 2000 Metern und durch die endlosen Weiten des Gobi-Altai.

Pisten zwischen Sibirien und Mongolei
Pisten zwischen Sibirien und Mongolei

Nur wenige Städte mit Versorgungsmöglichkeiten liegen im Altai, die komplette Verpflegung und Ausrüstung inklusive Reparaturmaterial musste mittransportiert werden. Nicht nur die Fahrer wurden mental und körperlich extrem beansprucht, die sibirischen und mongolischen Pisten setzten auch den Rädern zu. Kettenrisse, Nabenbrüche und Tretlagerschäden waren das Resultat von 2500 Kilometern quer durch den Altai, bevor wir uns auf den Rückweg in die mongolische Hauptstadt Ulan-Bator und weiter zum Rückflug nach Irkutsk machten.

Nach zwei Monaten haben wir 4500 Kilometer durch Schlamm und Sand, bei Minusgraden, sengender Hitze, Sturm und Gewitter zurückgelegt. Im Team kam jeder des Öfteren an seine physischen und psychischen Grenzen, mitunter wurde tagelang nur das Nötigste kommuniziert. Belohnt wurden wir mit unvergesslichen Eindrücken in einer auch heute noch kaum vom Menschen beeinflussten Landschaft. Die Freundlichkeit und Gastfreundschaft insbesondere der einfachen Nomaden belohnte uns für die Strapazen.

Auf dem Weg Richtung Baikalsee
Unterwegs in der Mongolei

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